Greetings from USA 3 - Emma Jung berichtet von ihrem Austauschjahr

Veröffentlicht am 25.01.2019 in Aktuell

Emma Jung aus Kaltenholzhausen, die Gabi Weber für das Parlamentarische Patenschaftsprogramm des Bundestages auswählen konnte, meldet sich mit einem weiteren Bericht aus Houston, Texas während Gabi Weber in dieser Woche schon den Kandidaten für das nächste Programmjahr auswählen konnte. Es wird noch einmal weihnachtlich: 

Das neue Jahr hat nun begonnen und somit ist die erste Hälfte meines Auslandsjahres schon fast vorbei. Wenn ich auf das letzte halbe Jahr zurückschaue, habe ich einiges erlebt und vor allem Eindrücke gesammelt die mich mein ganzes Leben lang prägen werden.

Ich bin unglaublich dankbar diese Chance bekommen zu haben und über die Gemeinsamkeiten sowie die kulturellen Unterschiede lernen zu dürfen.

Mein erstes Thanksgiving in Texas war ein schönes Zusammenkommen der Familie mit einer Menge gutem Essen. Thanksgiving ist eine Art amerikanisches Erntedankfest, welches auf die Ankunft der früheren Pilger in Plymouth, Massachusetts im Jahr 1621 zurückgeht, die den Erzählungen nach, ihre erste Ernte mit den Wampanoag-Indianern teilten. Es wird jedes Jahr am letzten Donnerstag im November gefeiert und weil es eine Tradition geworden ist, dieses Fest mit der gesamten Familie zu verbringen, bekommen Schüler in dieser Woche Ferien.

Deshalb hatten wir die Möglichkeit, die Familie meiner Gastmutter in San Antonio, Texas zu besuchen und noch ein paar Tage die Stadt zu erkunden und einige Dinge über die Geschichte von Texas zu erfahren, denn Texas war von 1836-1845 sogar ein eigenes Land.

Das eigentliche Fest haben wir zusammen mit Freunden und der Familie verbracht. Für das große Buffet, in dem der Truthahn der Mittelpunkt ist, hat jeder etwas mitgebracht. Als Nachtisch gab es die traditionellen Pumpkin-, Pecan-, und Apple-Pies. Nachdem jeder völlig satt und vollgegessen war, haben wir Football geschaut und den Rest des Tages zusammen verbracht.

Weihnachten habe ich dieses Mal weder wie gewohnt am 24. Dezember, noch wie es in Amerika typisch ist, am 25. morgens gefeiert. Da meine Gastmutter aus Mexiko stammt, war es dieses Jahr ganz im mexikanischen Stil, weshalb wir am 24. bis Mitternacht aufgeblieben sind um dann die Geschenke zu öffnen. Zuvor besuchten wir um 22.00 Uhr den Gottesdienst, in dem wir sogar das Lied “stille Nacht” auf deutsch gesungen haben, was mir das Gefühl gegeben hat, gar nicht so weit von zuhause entfernt zu sein.

Neben der Vorbereitung auf die, wie sie hier bekannt ist “holiday season” (“Feiertagssaison”), standen außerdem noch die Midterm-Wahlen am 6. November an. Bei diesen Halbzeitwahlen, die zwei Jahre nach den Präsidentschaftswahlen stattfanden, wurde das Repräsentantenhaus sowie ein Drittel des Senats neu gewählt. In der letzten Woche vor den Wahlen wurde mir gerade im Alltag nochmal genau bewusst, wie gespalten die Meinungen der Amerikaner sind. In der Schule habe ich viele Schüler/ -innen mit pro Trump Pullovern gesehen. Andere haben “Beto” (Beto O’Rourke, Demokrat, Kandidat für den US Senat in Texas) -Sticker in den Fluren verteilt. Die Anzahl der Bilder des Präsidenten, Donald Trump, die im Büro der Schulleitung aufgestellt sind, lassen sich an einer Hand nicht abzählen.

Der Machtwechsel des Repräsentantenhauses ist den Demokraten gelungen. Im Senat hingegen, konnten die Republikaner ihre Mehrheit verteidigen.

Die Unstimmigkeiten und Machtspiele der beiden Parteien sind gerade jetzt auch im Alltag zu spüren. Am 22. Dezember kam es zu einem Government shutdown, da neun der fünfzehn Regierungsbehörden das Geld ausgegangen ist und es zu keiner neuen Einigung für den US Haushalt kam. Donald Trump stellt dabei die Finanzierung für die Mauer entlang der Grenze zu Mexiko, für die er 5,7 Milliarden Dollar verlangt, in den Mittelpunkt. Der Ausnahmezustand dient nun also als Grundlage für politische Spielchen und die “kleinen Leute” leiden darunter. Mein Gastvater hat mir von einem seiner Freunde erzählt, der deshalb sein Gehalt für den letzten Monat nicht erhalten hat. Genau wie er bekommen viele weitere Angestellte kein Gehalt oder werden in den unbezahlten Urlaub geschickt. Die Republikaner und Demokraten geben sich gegenseitig die Schuld für diese Situation und letztendlich wird die Spaltung der beiden Parteien nur noch viel größer.

Jeder Tag bringt neue Ereignisse und Herausforderungen. Ich bin gespannt, was ich in den nächsten Wochen und Monaten noch erleben werde und berichten kann.

 
 

Bürgerservice

Die nächste Sprechstunden von Gabi Weber in ihren Wahlkreisbüros:

Hachenburg:  22. August 2019, 15:00 Uhr
Wirges:             19. September 2019, 16:00 Uhr
Nassau:            28. Oktober 2019 15:00 Uhr

Die Büros im Wahlkreis und in Berlin stehen Ihnen darüber hinaus selbstverständlich für eine indiividuelle Terminvereinbarung bzw. für Ihr Anliegen jederzeit zur Verfügung. Mit einem Klick finden Sie die Kontakte: Wahlkreisbüros Hauptstadtbüro19

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An dieser Stelle veröffentliche ich interessante Beiträge, die zum Weiterdenken animieren sollen:

Positionspapiere der SPD AG Sicherheits- und Verteidigungspolitik:
Für ein Verbot Letaler Autonomer Waffensysteme
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Entwicklung? Ja, aber sicher! Entwicklungspolitik und Sicherheit vernetzt denken
Namensbeitrag von Gabi Weber im "International Development Blog" des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE)

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